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Christoph Erni sieht e-Mobility diffamiert

Christoph Erni, CEO des Ladetechnologie-Anbieters Juice Technology, betrachtet die Lärmpflicht für e-Fahrzeuge als Trick der Autoindustrie.
Juice Technology AG

Der Hersteller von Ladestationen sieht die Auflage für Elektrofahrzeuge, zur Warnung an schwächere Verkehrsteilnehmer eine akustische Geräuschkulisse zu produzieren, als Trick der Autoindustrie an.

Christoph Erni, CEO eines Herstellers von mobilen E-Auto-Ladestationen aus Cham, kam jüngst bekanntlich schon mal auf die Idee, eine E-Auto-Ladestation mit einer eingebauten Orangensaft-Presse zu kombinieren. «Es lag auf der Hand, dass wir mit unseren Namen mit Saft in Zusammenhang bringen wollten.» Jetzt regt ihn die von der EU verordnete Geräuschkulisse für Elektrofahrzeuge. Die wäre eigentlich eine vernünftige Idee. Denn wer ist noch nicht erschrocken, wenn plötzlich in Tuchfühlung ein tonnenschweres Fahrzeug auftaucht, dass Fussgänger oder Radfahrer normalerweise auch hören können, wenn es naht. Ist es somit nicht willkommen, wenn zum lautlos nahenden Fahrzeug noch ein Geräusch vernehmbar ist? Nein, sagt Erni. Nicht, wenn die Argumente, mit denen in diesem Zusammenhang hantiert werde, widersprüchlich seien.

«Hierzulande lassen sich selbst Behindertenverbände instrumentalisieren, um der sterbenden Verbrennerindustrie die Stange zu halten», meint er. Sehbehindertenverbände schreiben es sich auf ihre Fahne, dass Elektrofahrzeuge im Strassenverkehr künftig mit einem Acoustic Vehicle Alerting System (AVAS) ausgestattet werden müssen, das bis zu 20 km/h ein künstliches Geräusch produziert. Schliesslich sei Lärm eine Grundplage der modernen Gesellschaft. Allein in der kleinen Schweiz werde der volkswirtschaftliche Schaden aus Verkehrslärm auf über zwei Milliarden Franken pro Jahr beziffert. «Jetzt kommt eine Technologie, die endlich Ruhe bringt. Was für eine Erholung!» Erni behauptet, dass sich die Verbände von der Verbennerlobby instrumentalisieren liessen, um die e-Mobility in schlechtes Licht zu rücken. Fussgängerampeln mit Rhythmusgenerator für Blinde seien nichts Neues, «Benziner, die bei Rot den Motor ausschalten, gibt es schon über zehn Jahre». Und kein Blindenverband habe sich je beklagt, «dass blinde Menschen dauernd von Fahrrädern überfahren würden». Ziel sei es, einen Pluspunkt der E-Mobilität zu vernichten.

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