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Risiko einer Industrierezession im September gewachsen

Risiko einer Industrierezession im September gewachsen
Trübe Aussichten: Dem Verarbeitenden Gewerbe geht es in Deutschland so schlecht wie seit der globalen Finanzkrise nicht mehr.
Pixabay

Die deutsche Industrie erleidet zurrzeit eine rasante Talfahrt. Laut IHS Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI) ist dieser

Der IHS Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI) gibt einen allgemeinen Überblick über die konjunkturelle Lage in der deutschen Industrie. Der Index erscheint seit 1996 unter Schirmherrschaft des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), Eschborn. Die rasante Talfahrt der deutschen Industrie konnte laut dem Verband auch im September nicht gestoppt werden. Für BME steht fest: Dem Verarbeitenden Gewerbe der grössten Volkswirtschaft Europas gehe es so schlecht wie seit der globalen Finanzkrise nicht mehr.

Rückgänge in Produktion und Neuaufträgen

Der saisonbereinigte PMI-Index, abgeleitet aus Indikatoren für Auftragseingang, Produktion, Beschäftigung, Lieferzeiten und Vormaterialbeständen, notierte im September bei 41,7 Punkten nach 43,5 im August. Dies sei der niedrigste Wert seit Juni 2009, teilte der englische Finanzdienstleister IHS Markit in London mit. Gleichzeitig liege der EMI bereits den neunten Monat in Folge unter der Wachstumsschwelle von 50,0 Zählern. Zum wiederholten Mal beschleunigten sich die Rückgänge bei Produktion und Neuaufträgen. Der Stellenabbau war so gravierend wie seit fast zehn Jahren nicht mehr.

«Die aktuellen EMI-September-Daten sind beunruhigend und lassen für den weiteren Konjunkturverlauf in Deutschland nichts Gutes erwarten. Hiesige Unternehmen haben lange Zeit erfolgreich den zahlreichen geopolitischen Krisen getrotzt. Auf Dauer sind diese Störfaktoren offensichtlich Gift für die Investitionsbereitschaft der Unternehmen und sorgen zudem für zu viel Psychologie in den Märkten», betonte BME-Hauptgeschäftsführer Dr. Silvius Grobosch am Freitag in Eschborn.

Erste Firmen meldeten laut dem BME Insolvenz an und auch der Arbeitsmarkt in der Industrie sei betroffen, auch wenn die meisten Unternehmen versuchten, aufgrund des Fachkräftemangels so lange wie möglich an ihren Mitarbeitern festzuhalten.

Die Kombination aus wachsendem Wettbewerb um neue Aufträge und fallenden Einkaufspreisen führte zum dritten Rückgang der Verkaufspreise in Folge. Zudem sackte der saisonbereinigte Teilindex weiter ab und signalisierte einen der stärksten Preissenkungen im Verkauf seit Ende 2009.

 

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Autor

Pressedienst pd

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