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Auch im Orbit kein teures Geld verpulvern

Orbex

Orbex hat das weltweit bislang größte einteilige Raketentriebwerk auf einer Selective Laser Melting Maschine SLM 800 gedruckt – und damit ganz nebenbei auch noch das Problem mit dem Müll gelöst

Das im Jahr 2015 gegründete britische Unternehmen Orbex entwickelt Trägerraketen, um Kleinsatelliten in die Erdumlaufbahn zu bringen. Bei der Eröffnung des neuen Hauptsitzes in Forres, Schottland, hat das Unternehmen nun seine revolutionäre und umweltfreundliche Rakete Prime vorgestellt. Die CO2-Emission des sogenannten Orbex Launchers ist durch die Verwendung von 100% erneuerbaren Kraftstoffen um 90% reduziert worden. Zudem verfügt die Trägerrakete über eine Zero-Shock Stufentrennung sowie Nutzlasttrennung, wodurch Weltraumschrott verhindert wird. Das Design des Bauteils wurde für den SLM Prozess optimiert, wodurch Gewichtseinsparungen von 30% erzielt werden konnten. Der Orbex Launcher ist somit 20% effizienter als vergleichbare Trägerraketen.

Orbex hat durch öffentliche und private Förderungen 30 Millionen Pfund erhalten. Zu den Geldgebern gehören beispielsweise die britische Weltraumbehörde, die Risikokapitalgesellschaften Sunstone Technology Ventures sowie der High-Tech Gründerfonds. Zudem konnte das Unternehmen zahlreiche Spitzenentwickler von führenden Raumfahrtorganisationen wie NASA, ESA und Ariane für sich gewinnen.

Die SLM800 verfügt über ein exorbitant grosses Pulverbett, in dem laut Unternehmensangaben Bauteile mit einer Höhe von bis zu 800 mm hergestellt werden können. Der Prime Raketenantrieb konnte somit in einer speziellen Nickellegierung in nur einem Stück gefertigt werden. Der SLMHUB, die vollautomatisierte Auspackstation für die SLM800, ermöglicht ein kontaktloses Pulverhandling sowie eine automatisierte Förderung im Bauraum, um das gefertigte Bauteil in eine Entpackstation zu übergeben. Dort wird durch Vibration und Rotation das Pulver entfernt.

 

 

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